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Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier

Wir unterstützen, beraten und begleiten...

Wahl zum ersten Rat der Pfarrei

Hier finden Sie aktuelle Informationen und Materialien zu den Wahlen zum ersten "Rat der Pfarrei" in den Pfarreien der Zukunft, die 2020 starten.

Stellungnahme des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung zur Umfrage der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort"

  • Hintergrund

    Durch die jüngsten Veröffentlichungen der Reformgegner wird der Eindruck erweckt, als sei die Synodenumsetzung verantwortlich für die Krise, in der die Kirche im Bistum Trier sowie in Deutschland insgesamt steckt. Dazu wurde am 4. Oktober das Ergebnis einer Befragung vorgestellt, die von der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" in Auftrag gegeben worden ist. Laut dieser Studie denkt ungefähr jeder Dritte im Bistum Trier lebende Katholik über einen Kirchenaustritt nach, und mehr als ein Drittel der Ehrenamtlichen wird sein Engagement in der Pfarrei der Zukunft nicht fortführen.  Dabei geht die Untersuchung von 160.000 Ehrenamtlichen im Bistum Trier aus, von denen 60.000 ihren Rückzug ankündigen. Leider werden in der Befragung und in der Interpretation der Ergebnisse unterschiedliche Sachverhalte auf fragwürdige Art und Weise durcheinandergemischt.

  • Anmerkungen zur Umfrage

    • In der Studie lautet die Frage zum möglichen Kirchenaustritt: "Tragen Sie sich mit dem Gedanken, wegen der aktuellen Entwicklungen in der Kirche bzw. der Strukturreform aus der katholischen Kirche auszutreten?" Wenn die Frage so breit gestellt wird, lässt die Antwort keine Rückschlüsse auf konkrete Beweggründe zu. In der Kombination aus Entwicklungen der Kirche und Strukturreform des Bistums bleibt offen, ob die Befragten wegen der Missbrauchsskandale, wegen des Umgangs der Kirche mit dem Zölibat, mit dem Weiheamt für Frauen, mit Homosexualität oder wegen der Strukturreform des Bistums bzw. einer Kombination aus verschiedenen Beweggründen kritisch geantwortet haben.
       
    • Auch die Aussage, dass 37% der Ehrenamtlichen ihr Engagement künftig einstellen wollen,  lässt keine eindeutigen Rückschlüsse zu. In vielen klassischen ehrenamtlichen Handlungsfeldern sind überwiegend ältere Menschen zu finden. Viele dieser Engagierten nutzen den Einschnitt der Strukturreform, um ihren Abschied zu erklären, den sie über kurz oder lang geplant haben. Für mancheinen bietet die Errichtung der Pfarrei der Zukunft dafür einen willkommenen äußeren Anlass, der diesen Schritt erleichtert. So oder so steht die Kirche vor einem Wandel im Ehrenamt, der sich unabhängig von der Strukturreform ereignet.Dieser Wandel ist eingebettet in die gesamtgesellschaftliche Entwicklung.
       
    • Erstaunlich ist die Zahl von 160.000 Ehrenamtlichen, die in der Studie ermittelt wurde. Eine Erhebung des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung, welcher die Visitationsberichte der Weihbischöfe zugrunde gelegt worden ist, hat eine maximale Zahl von 80.000 Engagierten ergeben. Diese Zahl ist in der Vergangenheit von der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" als zu hoch angezweifelt worden. Dass es nun lt. Studie die doppelte Zahl sein sollte, verwundert.
       
    • Unter der Rubrik 'Einstellung zu Bischof und Laienseelsorge' werden die Befragten um Stellungnahme zu folgender Aussage gebeten: "Ich erwarte, dass priesterliche Aufgaben auch von Priestern wahrgenommen werden und nicht - wie z. B. für Beerdigungen vorgesehen - an Ehrenamtliche und Laien übertragen werden". Diese Frage ignoriert den Umstand, dass die Priester des Bistums weiterhin im Beerdigungsdienst tätig bleiben, auch wenn die Bestattung keine dem Priester vorbehaltene Aufgabe darstellt. Während in anderen Bistümern (z. B. Freiburg) Ehrenamtliche schon seit längerer Zeit mit dem Beerdigungsdienst betraut sind, haben wir im Bistum Trier bislang viele gute Erfahrungen mit Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten gemacht, die an den Orten, an denen Sie eingesetzt sind, eine hohe Akzeptanz erleben.

    Worüber man nicht streiten muss ist die Tatsache, dass die Kirche eine tiefe Krise erlebt, die von zahlreichen Theologen als "epochaler Wandel" bezeichnet wird. Dass diese Krise eine grundsätzliche Analyse sowie Lösungsansätze verlangt, die nicht länger in der Fortführung des Bestehenden liegen können, führt bei vielen Kirchenmitgliedern - auch bei ehrenamtlich Engagierten und sogar bei zahlreichen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern - zu großer Verunsicherung. Diese Verunsicherung ist verständlich, rechtfertigt jedoch nicht, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht und mit zum Teil unredlichen Fragestellungen Stimmung macht.

  • Kirche im Wandel

    Der Wandel, in dem die Kirche sich befindet ist weitaus gravierender als dass wir mit der Verzögerung von notwendigen Reformen irgendetwas aufhalten oder gewinnen könnten. Die vordergründige Argumentation, dass der Bischof willkürlich eine Zentralisierung und "Enteignung" der bestehenden Pfarreien betreibe, wird der Tatsache nicht gerecht, dass sich das Bindungsverhalten vieler Getaufter zu ihrer bestehenden Pfarrei sowie Formen des Glaubensausdrucks, der Vergemeinschaftung und des kirchlichen Engagements schon längst in einem tiefgreifenden Veränderungs- und Differenzierungsprozess befinden. Eine Kirche der Gegenwart und Zukunft muss andere Rahmenbedingungen für eine solche Entwicklung schaffen. Darum geht es bei der Synodenumsetzung.

  • Die Chancen in der Pfarrei der Zukunft

    Die Pfarrei der Zukunft bietet viele neue Partizipations- und Engagementformen. Der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung schaut aktuell auf drei sehr gut besuchte Veranstaltungen zurück, die im Laufe des Monats September über die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen eines ehrenamtlichen Engagements im Leitungsteam der Pfarrei und in den Räten informiert hat. Zur Entwicklung des Ehrenamts machen wir zudem die Erfahrung, dass die Nachfrage nach Fortbildungskursen zum Kompetenzgewinn für verschiedenste Handlungsbereiche ungebrochen ist.

    Das oberste Ziel der Synode war und ist die Entwicklung des Bistums Trier hin zu einer diakonisch- missionarischen Kirche. Dafür gibt es zahlreiche Impulse und sehr viele gelungene Beispiele, wie vor Ort mit dieser Herausforderung umgegangen wird. Einige Initiativen werden zweimal jährlich im Rahmen eines Festakts des Bistums gewürdigt. Eine kleine Auswahl haben wir in Filmbeiträgen portraitiert, die auf dieser Homepage zu finden sind.

  • Interview im "Paulinus"

    Die Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier sollen von Teams geleitet werden, die sich aus jeweils drei Hauptamtlichen und bis zu zwei ehrenamtlich Engagierten zusammensetzen. Über das Neue an diesem Konzept und wo man sich darüber informieren kann, hat der „Paulinus“ mit Michaela Tholl, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, gesprochen.

  • Was bedeutet das neue Leitungskonzept für die Pfarreien der Zukunft für ehrenamtlich Engagierte?

    Dass Ehrenamtliche durch einen Sitz im Leitungsteam an allen zentralen Entscheidungsprozessen der Pfarrei der Zukunft unmittelbar beteiligt sein werden, ist bisher beispiellos innerhalb der deutschen Bistümer. Neben den Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien bedeutet diese Rolle eine weitere Entwicklungsstufe zu einer beteiligungsorientierten Kirche.

  • Welche Chancen ergeben sich daraus?

    Im Leitungsteam können die ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter ihre Perspektiven einbringen, wie Kirchenentwicklung weitergedacht werden kann, und entsprechend mitentscheiden. Das Leitungsteam hat auf diese Weise Personen „mit im Boot“, die eng im Kontakt mit den Menschen in der Pfarrei sind. Darüber hinaus übernehmen die Ehrenamtlichen im Leitungsteam "Modellfunktion" für eine mündige und verantwortungsbereite Kirchenmitgliedschaft. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für die Mitarbeit im Rat der Pfarrei.

  • Kann diese gemeinsame Leitung wirklich gleichberechtigt sein?

    Ja, das kann sie auf jeden Fall. Es bedarf dazu klarer Regeln und verabredeter Arbeitsweisen, z. B. wie das Leitungsteam zu Entscheidungen kommt. Das Team muss Rücksicht nehmen auf die zeitlichen Ressourcen der Ehrenamtlichen, und zugleich müssen die hauptberuflichen Mitglieder gut arbeiten können. Ich will die Herausforderung, die in gemeinsamer Leitung steckt, gar nicht kleinreden: Es wird ein miteinander Lernen sein; der Respekt voreinander und eine entsprechende Haltung wird das ermöglichen. Eine gleichberechtigte Mitarbeit im Leitungsteam hängt deshalb auch zu einem gewissen Teil von den konkret Beteiligten ab. Die Führungs- und Leitungskompetenz wird sich schon in der Zusammenarbeit im Team zeigen. Deshalb wird die Begleitung der Leitungsteams am Anfang sehr wichtig sein.

  • Sie haben die Arbeitsweisen schon angesprochen: Was heißt das für die Arbeitsorganisation?

    Eine angemessene Aufgabenverteilung, verlässliche Absprachen, guter Kommunikationsfluss und ein Zeitmanagement, mit dem gewährleistet wird, dass die notwendigen Vereinbarungen gemeinsam getroffen werden können, sind wichtige Eckpfeiler der Arbeitsorganisation. Die Begleitung, Ausstattung und Unterstützung der Ehrenamtlichen ist dabei wichtig. Sie brauchen einen Zugang zum Pfarrbüro und zu allen pfarrlichen Einrichtungen. Sie müssen auch mit der notwendigen Technik ausgestattet sein, kurz: Es muss sichergestellt werden, dass sie alles haben, was sie brauchen, um ihren Dienst gut tun zu können.

  • Kann die Beteiligung von Ehrenamtlichen im Leitungsteam nicht auch eine zeitliche Überforderung bedeuten? Und müssen sie die gleiche Arbeit leisten wie Hauptamtliche - nur unbezahlt?

    Selbstverständlich müssen Ehrenamtliche nicht das Gleiche leisten wie Hauptamtliche. Diese stehen in einem arbeitsrechtlich geregelten Dienstverhältnis. Neben der zu erbringenden Arbeitszeit und der Sicherung des Lebensunterhalts sind bei den Hauptamtlichen die fachlichen Anforderungen, die Aufgaben und der verbindliche Gewährleistungsrahmen geregelt. Bei den Ehrenamtlichen ist es grundsätzlich so, dass sie ihre Zeit und Kompetenzen freiwillig einbringen, in der Regel neben Beruf und Familienarbeit. Deshalb beginnt bei der Rücksichtnahme auf die zeitlichen Ressourcen der Ehrenamtlichen schon die Wertschätzung und Anerkennung. Weil ehrenamtliches Engagement unentgeltlich ist, müssen bestmögliche Rahmenbedingungen hergestellt werden. Das bedeutet für die Engagierten im Leitungsteam, dass entsprechende Qualifikationen kostenfrei gewährleistet und dass die nötige Ausrüstung bereitgestellt wird. Fahrtkostenregelungen sind zu klären und die Engagierten werden, wenn sie möchten, im Pfarrbüro einen Arbeitsplatz haben.

  • Welche Unterstützung und Begleitung bietet der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung an?

    Gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Personalentwicklung werden wir verschiedene Module zur Qualifizierung entwickeln. Themen solcher Module sind zum Beispiel: Wie gelingt der Prozess der Teamfindung gemeinsam mit den Hauptberuflichen? Wie kann Augenhöhe in der Zusammenarbeit gewährleisten werden? Welche Hilfen zur Arbeitszeitorganisation braucht es? Die Begleitung wird durch die Hauptamtlichen im Leitungsteam und unseren Arbeitsbereich erfolgen. Neben den begleitenden Fortbildungen sind Supervision und Coaching selbstverständlich.


Informationsveranstaltungen für Ehrenamtliche in Leitungsteams und im Rat der Pfarrei

Entschieden für gemeinsame Verantwortung!

  • Informationsveranstaltungen für interessierte Ehrenamtliche an der Mitarbeit im Leitungsteam und im Rat der Pfarrei

    Die Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier sollen zukünftig von einem Team geleitet werden, das sich aus drei hauptamtlichen Personen und bis zu zwei ehrenamtlich Engagierten zusammensetzt. Dieses Team trägt die Verantwortung für die pastorale Entwicklung in der Pfarrei, für das Personal und die Ressourcen. Zudem vertritt das Leitungsteam die Pfarrei nach außen, trifft Kooperationsvereinbarungen mit anderen kirchlichen und sonstigen Trägern. Das Leitungsteam wird dabei von den Fachabteilungen des Bischöflichen Generalvikariates Trier unterstützt. Gemeinsam mit dem Leitungsteam soll der Rat der Pfarrei, dem bis zu 22 Ehrenamtliche angehören, Verantwortung für die Leitung der Pfarrei übernehmen.

    Informationen zum Leitungsteam und zum Rat der Pfarrei finden Sie im ersten Gesetz zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016, Entwurf zur Anhörung April 2019

    Mit der Einrichtung von Leitungsteams in den neuen Pfarreien und mit der Übertragung von Entscheidungsbefugnissen und Aufsichtsaufgaben an den Rat der Pfarrei macht das Bistum ernst mit geteilter Verantwortung und Partizipation. Leitung soll in gemeinsamer Verantwortung von Haupt- und Ehrenamtlichen wahrgenommen werden.

    Viele Ehrenamtliche haben ihr Interesse an einer Mitarbeit in den Leitungsteams und im Rat der Pfarrei bekundet und um weitere Informationen gebeten. Unabhängig von der Auswertung der zurzeit laufenden Anhörung und sich daraus ergebenen Veränderungen, haben wir in drei Veranstaltungen über den aktuellen Stand der Aufgaben des Leitungsteams und des Rates der Pfarrei informiert. Hier konnten sich die Ehrenamtliche über die Aufgaben und das Anforderungsprofil für die Mitarbeit im Leitungsteam und im Rat der Pfarrei informieren und die eigene Motivation klären.

    Die Textsammlung der Impulse und Informationen der Veranstaltung können im Arbeitsbereich bestellt wereden:

     

Neues Leben an einem Ort von Kirche: KulturKapelle Korlingen

Passend anders: Gottesdienste in Schwirzheim

Aktuelles Kursangebot

  • Wie anfangen?

    Kurs 8
    Ein Werkstatt-Tag für Menschen, die etwas bewegen wollen. Wer innovativ ist, „kocht“ nicht nach Kochbuch, sondern fängt mit dem an, was „im Kühlschrank ist“. Und das gilt nicht nur in der Küche!
    Termin
    16. November - Dümpelfeld  Faltblatt
     

  • „Einmal Wüste und Zurück“

    Kurs 2:
    Den aktuellen Fragen und Herausforderungen von Glauben und Kirche-Sein „biblisch“ begegnen (und weniger "organisationsentwicklerisch"…)
    18. – 19. Oktober, Trier  Faltblatt

     


  • Verstehen auf den ersten Blick

    Kurs 23:
    „Schöne“ Flipcharts kreativ und aussagekräftig gestalten, Inhalte so strukturieren, dass sie in Erinnerung bleiben.
    25. Oktober Neuwied Faltblatt


     

  • Wirkungsvoll Präsentieren (Aufbaukurs)

    Kurs 21:
    Reflexion über den eigenen Auftritt ermöglicht neue und besondere Erfahrungen.
    26. Oktober Saarbrücken  Faltblatt


     

  • Messdienerarbeit ist mehr

    Kurs 17:
    Hilfreiche Konzepte und Ideen für die Messdienerarbeit. Das Mehr entdecken jenseits von Messdienerausflug und Dienst am Altar.
    Termine
    18. Oktober Vallendar  Faltblatt
    22.November Wallerfangen Faltblatt


     

  • Wozu sind wir Kirche im Bistum Trier? - Eine Kolumne von Christel Schmitt, Ehrenamtliche in der Hospizarbeit

    für "Das Wort zum Alltag" am 3. Oktober 2018 in der Saarbrücker Zeitung

    Wozu sind wir Kirche im Bistum Trier?

    Mit dieser Frage müssen wir uns auseinandersetzen. Die Trierer Bistumssynode hat damit begonnen, ernsthafte Antworten zu suchen, die den Menschen (und der Kirche selbst) Hilfe und Orientierung geben. Um herauszufinden, wozu wir Kirche sind, müssen wir die Begegnung mit „den Anderen“ und „dem Anderen“ suchen. Das haben wir bisher meistens vermieden, um unsere Gewohnheiten und unser Erscheinungsbild nicht in Frage stellen zu müssen.

    Ich bin mir sicher, dass die Kirche die Veränderungen aktiv gestalten muss und nicht einfach nur abwarten darf, bis die Entwicklungen über sie hereinbrechen. Dazu gehört auch viel Unsicherheit, weil wir ja nicht genau wissen, wie die Zukunft aussehen wird. Voraussetzen möchte ich aber, dass ohne die Haltung des Gottvertrauens überhaupt keine Kirche möglich ist.
    Was mich momentan in Gesprächen und Veröffentlichungen sehr irritiert, sind nicht die kritischen Auseinandersetzungen mit der Synode und ihren Beschlüssen. Darin drückt sich ja die Unsicherheit aus über das, was kommen wird. Was mich jedoch ärgert sind die Thesen, dass durch die Neuausrichtung des Bistums Trier die Ehrenamtlichen ihre Arbeit hinschmeißen würden. Für mich und viele andere kann ich sagen: Ich bin gerne ehrenamtlich unterwegs, z. B. im Krankenhaus oder Altenheim, in der Hospizarbeit, im Besuchsdienst oder in der Flüchtlingsarbeit. Durch dieses Engagement geben wir der Kirche ein Gesicht. Und wir schaffen neue „Kirchorte“. Ich möchte nicht, dass das Ehrenamt dazu missbraucht wird, um Kritik an bestimmten Einzelfragen zu untermauern, vor allem wenn es um die Neugestaltung von Verwaltungsstrukturen geht. Man darf an dieser Stelle nicht verallgemeinern und sollte achtsamer differenzieren.

    Der ehrenamtliche Einsatz ist für viele in ganz unterschiedlichen Bereichen Engagierte eine Herzensangelegenheit. Meine Motivation ist, für Menschen in schwierigen Lebenssituationen da zu sein – gleich welcher Hautfarbe und Religionszugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht die Sorge für den Anderen. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, wie meine Pfarrei der Zukunft genau aussehen wird. Die Entscheidung, in welchen Dörfern oder Einrichtungen ich mich engagiere, ist davon unabhängig. Was mir wichtig ist, ist eine gute und wertschätzende Begleitung meiner ehrenamtlichen Arbeit. Und die sehe ich auch in Zukunft gewährleistet.

    Ich wünsche uns bei aller Kritik und trotz harter Debatten genügend Besonnenheit. Geben wir der Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft eine Chance. Denn wir wissen, dass wir die Gegenwart nicht bewahren können. Während der Synode fühlte ich mich mit Meister Eckhart verbunden, der sagte: „Und plötzlich weißt du, es ist Zeit etwas Neues zu beginnen“. Und trotzdem bedeutet das auch, dass Altes und Vertrautes bleiben darf.