Wo das wirkliche Leben lebt...

Orientierung am Sozialraum

Exkursionen in die seelsorglich-caritative Praxis

„Die Orientierung am Sozialraum der Menschen wird grundlegend sein für die zukünftige pastorale und caritative Arbeit des Bistums Trier. … Engagement im Sozialraum verlangt, die dort lebenden Menschen und sozialen Gruppen mit ihren Ressourcen, mit der Vielfalt ihrer Biografien und ihren Widersprüchen, Brüchen und Sorgen angemessen wahrzunehmen“ (Abschlussdokument der Synode HERAUS GERUFEN, Kapitel 4.1.1, Seite 26).

Immer wieder weist die Synode im Bistum Trier in ihrem Schlussdokument darauf hin: Es gilt, die Lebensfülle, die Gott für alle Menschen will, in den konkreten Lebenswirklichkeiten der Menschen zum Vorschein und zur Entfaltung zu bringen. Gerade deshalb hat sich die Synode offenbar auch für das Handlungsprinzip der Sozialraumorientierung entschieden. Doch wie geht das? Wie kann eine solche Herangehensweise im kirchlichen Handeln und insbesondere im ehrenamtlichen Engagement konkrete Gestalt gewinnen?

Nicht zufällig hat die Synode dort, wo sie von Sozialraumorientierung spricht, die pastorale und die caritative Arbeit in einem Atemzug genannt. Dahinter steht die Einsicht, dass die Zuwendung zu den Menschen im Sozialraum besser gelingt, wenn Engagierte in den Pfarreien und Mitarbeiter in caritativen Diensten und Einrichtungen das gemeinsam tun. Bereits jetzt sind an etlichen Orten im Bistum Trier seelsorglich und caritativ Engagierte gemeinsam sozialräumlich tätig. In Form einer Exkursion an einen solchen Ort können Sie Einblicke gewinnen, was diesen Handlungsansatz ausmacht und was er in der Praxis bedeutet.

  • Der Vormittag gehört ganz dem Praxisbeispiel vor Ort. Wir werden Menschen aufsuchen, die diese Herangehensweise gewählt und auf diesem Weg bereits Erfahrungen gesammelt haben; sie werden uns davon berichten und sich mit uns austauschen. Dabei sollen Ihre Fragen Zeit und Raum haben.
  • Auf diesem praktischen Hintergrund erhalten Sie am Nachmittag von uns eine Einführung in die Hintergründe, welche Leitideen und Prinzipien hinter einer solchen sozialraumorientierten Praxis stehen, was also Sozialraumorientierung als Konzept und Handlungsprinzip in Seelsorge und Caritas meint.
  • Und schließlich überlegen wir gemeinsam, wie diese Herangehensweise in Ihrem eigenen Engagement fruchtbar werden könnte.

Termine | Orte

  • Samstag, 2. September 2017 BAUMHOLDER

    Der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. will in der Verbandsgemeinde Baumholder mit dem Projekt „SoNA – Sozialraumorientierte Netzwerke für das Alter“ gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter fördern. Es geht nicht allein um Seniorenarbeit oder Altenhilfe, sondern um die Gestaltung des sozialen Umfelds. Neue Netzwerke sollen das Leben im Alter und das Älterwerden erleichtern. Momentan steht der Aufbau eines „Freundschafts-Besuchsdienstes“ an: Ehrenamtliche Besucherinnen und Besucher werden älteren Menschen, die zuhause leben, regelmäßig ein paar Stunden ihrer Zeit schenken. Seit November 2016 gibt es bereits einen Runden Tisch „Seniorenarbeit“, bei dem sich Haupt- und Ehrenamtliche zusammensetzen, um das „Leben im Alter“ zu fördern.

    Gesprächspartner: Ehrenamtliche (z.B. Gästeführer Ernst Schmitz) sowie Andreas Esch und Christian Schaller vom Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V.

  • Samstag, 16. September 2017, Saarlouis Willkommmensnetz

    Seit 2015 sind in Saarlouis und Umgebung – wie andernorts auch – „Willkommens-Cafés“ oder „Internationale Cafés“ entstanden, wo Flüchtlinge und Einheimische einander begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Von Caritas und Seelsorge unterstützt, hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, in dem Ehrenamtliche und Flüchtlinge in unterschiedlichen Unterstützungsangeboten zusammenarbeiten.

    So finden zum Beispiel Fahrradwerkstätten statt: Ehrenamtliche und Flüchtlinge bereiten gemeinsam gespendete Fahrräder auf, die dann von den Flüchtlingen als kostengünstiges Fortbewegungsmittel genutzt werden können.
    Oder: Eine deutsche Ehrenamtliche bietet einen Handarbeitskurs für Geflüchtete und Ehrenamtliche an; ein Syrer leitet einen Basiscomputerkurs für Ehrenamtliche und Geflüchtete.

    Gesprächspartner_innen: Ehrenamtliche sowie Daniel Boost vom Caritasverband Saar-Hochwald e.V. und Pastoralreferent Michael Mlynski vom Dekanat Saarlouis

  • Samstag, 18. November 2017 DAUN

    Das Dauner Viadukt von Jung bis Alt ist ein Zusammenschluss von über 20 Institutionen und Einrichtungen in Daun (Kindergärten, Seniorenhäuser, Vereine, Kirchen usw.). Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Daun zu einer lebens- und liebenswürdigen Stadt für alle Generationen wird bzw. bleiben kann. Das Viadukt steht dabei symbolisch für die Verbindung zwischen den Generationen und für das Miteinander von Alt und Jung, das nicht wie früher durch das Zusammenleben in der Großfamilie gewährleistet ist. Darüber hinaus spielt auch das Thema Generationengerechtigkeit eine Rolle. Das heißt neben den Sorgen und Ängsten der älteren Bevölkerung auch die Belange der Jugend und der jungen Generation im Blick zu behalten. Akteure aus den verschiedenen Bereichen berichten von Ihren Erfahrungen und gewähren Einblick in ihre Arbeit.

    Gesprächspartner: Ehrenamtliche sowie Pastoralreferentin Vanessa Buss, Gemeindereferent Markus Göbel, Verbandsgemeindebürgermeister Werner Klöckner.